
„Panik. Einfach Panik. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Warum kann ich mich nicht bewegen? Träume ich noch?“, erzählt Robert Gisshammer. Noch fast 20 Jahre später erinnert er sich noch ganz genau an dieses „wahnsinnig gruselige Gefühl“, wie er es selbst beschreibt. Der Geist scheint wach zu sein, doch der Körper ist es nicht. Die Gedanken sind klar, doch kein Muskel lässt sich bewegen.“ Dies berichtet „National Geographic“ im Jahr 2022 im Artikel „Schlafparalyse: Wenn der Geist aufwacht, aber der Körper nicht“.
Und weiter: „Allein das Gefühl, plötzlich gelähmt zu sein, ist ein schlimmes Erlebnis. Doch manche Betroffene sehen in diesem Zustand zusätzlich dunkle Silhouetten im Raum oder haben das Gefühl, bedroht oder angegriffen zu werden. „Ich hatte oft dabei das Gefühl, dass da jemand auf mir sitzt und mich niederdrückt und hatte die Präsenz von Gestalten gespürt, die um mein Bett herumstanden.“ Doch auch diese Aspekte der Schlafparalyse lassen sich einfach erklären.
Im REM-Schlaf funktioniert die Atem-Hilfsmuskulatur, die wir im wachen Zustand unbewusst zum Atmen einsetzen, nicht richtig, erklärt die Wissenschaft das Phänomen. Das Atmen fällt deswegen schwerer. Die dunklen Gestalten, die manche während einer Schlafparalyse sehen, bezeichnen Schlafexperten als „Traumgestalten, die Betroffene aus dem REM-Schlaf mitnehmen“. Denn in diesem Schlafstadium befinde sich das Gehirn noch teilweise während der Schlafparalyse.
Hier sehen wir, dass das Phänomen der „Alben“ und „Druden“, die letztlich gemeinsam für die Entstehung der Elwedritsche verantwortlich sind, eine naturwissenschaftliche – medizinische – Ursache haben. Das Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ folgt den Indoeuropäern durch Raum und Zeit zurück bis zur Sesshaftwerdung im fruchtbaren Halbmond, um den kulturhistorischen Hintergrund der „Elwedritsche“ zu ergründen. Das Phänomen selbst ist jedoch unter den unterschiedlichsten Namen weltweit bekannt.
Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, welcher Teil des Gehirns für die Schlafparalyse verantwortlich ist: die „Amygdala“ (Mandelkern). Diese ist Teil des limbischen Systems. Allerdings werden an dieser Sicht in jüngster Zeit wieder Zweifel angemeldet, wie das Wissenschaftsmagazin SPEKTRUM im Jahr 2023 berichtet. Die Suche, wo genau im Hirn die „Angstzentrale“ sitzt, geht also vorläufig weiter.
Einen kurzen Überblick über das Thema gibt das 2022 veröffentlichte Video „Science of Dreams: What is Sleep Paralysis?“ (Healthline). Hier wird auch der Zusammenhang zwischen vermeintlichen Dämonenerscheinungen und angeblichen nächtlichen Entführungen durch Aliens erläutert:

Einen weiteren guten Überblick über die Geschichte der Schlafparalyse bietet das Video von „The Infographics Show“. Die Autoren schreiben die nächtlichen Qualen der sumerischen Göttin Lilith zu:

Und noch ein drittes Video sei hier empfohlen. In diesem wird auf die weltweite Verbreitung des Phänomens „Schlafparalyse“ hingewiesen und auch, dass die unterschiedlichen religiösen Systeme die Vorstellung beeinflussen, wie ein Schlafdämon aussieht:

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Nacht und Angst
Nachtmahr, du böses Tier,
Komme mir in der Nacht nicht hier.
Alle Wasser sollst du durchwaten,
Alle Bäumchen sollst du abblättern,
Alle Blümchen sollst du abpflücken,
Alle Grübchen sollst du auslecken,
Alle Sträucher sollst du durchkriechen,
Alle Pfützen sollst du aussaufen,
Alle Hälmchen sollst du zählen.
Komm mir in der Nacht nicht quälen
(Unbekannt, 10. Jahrhundert)
Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.
Erich Kästner
Angst wurde im selben Moment wie die Menschheit geboren. Und da wir sie niemals meistern können, müssen wir lernen, mit ihr zu leben - so wie wir gelernt haben, mit Stürmen zu leben.
(Paul Coelho, brasilianischer Schriftsteller)
Wir haben große Angst davor, machtlos zu sein. Aber wir haben die Macht, uns tief mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen, und dann kann die Angst uns nicht kontrollieren.
(Thich Nhat Hanh, vietnamesischer buddhistischer Mönch)
Furcht ist der Schmerz, der aus der Erwartung des Bösen entsteht.
(Aristoteles, griechischer Philosoph)
Auch der stärkste Mann schaut einmal unters Bett.
(Erich Kästner)
"Zuerst musst du ihm einen Namen geben", sagte die Schlange. "Einem Ding einen Namen zu geben, nimmt ihm etwas von seiner Macht und gibt sie stattdessen dir."
(Claire Legrand, amerikanische Autorin)
Wer die Angst überwindet, erlangt Freiheit.
(Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph)
Die Nacht ist wie ein großes Haus.
Und mit der Angst der wunden Hände
reißen sie Türen in die Wände -
dann kommen Gänge ohne Ende,
und nirgends ist ein Tor hinaus.
(Rainer Maria Rielke)
Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten.
(Psalm 91:5-6)
Drud, Drud, wennst druckst,
druck boid,
Zähl olle Bam in Woid,
Zähl olle Sandkerndl im Bo
und dann kimmst glei dano."
(Aus Bayern)
Drud, wennst kimmst, kimm boid,
Zoi oille Strahblal im Woid,
Oille Schindln afn Dach, dawei
wiads hoilichta Dog."
(Aus Bayern)