Die Albdrude als Vorgängerin der Elwedritsch
Basierend auf den Inhalten von elwedritsch.de und den aktuellen Ergänzungen auf hiwwe-wie-driwwe.com (Stand Ende 2025) lässt sich die psychologisch-memetische These von Dr. Michael Werner als ein multidisziplinäres Modell beschreiben.

Werner betrachtet die Elwedritsch als ein „kulturelles Lebewesen“, das eine evolutionäre Entwicklung von einer antiken Urangst hin zu einem modernen Symbol pfälzischer Identität durchlaufen hat.

Hier sind die Kernpunkte seiner These im Detail:

1. Der neurophysiologische Ursprung (Vom Alb zur Elwedritsch)

Der Ursprung liegt laut Werner in der menschlichen Neurologie – speziell in der Schlafparalyse.

  • HADD-Mechanismus: Der Mensch besitzt einen „Hyperactive Agency Detection Device“ (HADD). Bei nächtlicher Atemnot oder Druckgefühlen (dem „Alb-Druck“) projiziert das Gehirn automatisch einen „Agenten“ (ein Wesen) als Verursacher.
  • Agentifizierung: Aus der körperlichen Erfahrung der Schlafparalyse entstanden historisch Figuren wie der Alb, die Mahr oder die Drude. Werner zeigt auf, dass die Elwedritsch die sprachlich und kulturell „gezähmte“ Form dieser einst furchteinflößenden Nachtdämonen ist.
2. Die memetische Fitness (Warum der Mythos überlebt)

In Anlehnung an Richard Dawkins beschreibt Werner die Elwedritsch als Meme – Informationseinheiten, die sich im kulturellen Gedächtnis verbreiten.

  • Symbiose: Das Meme „Elwedritsch“ hat eine hohe „Fitness“, weil es dem Menschen einen Nutzen bietet: Es stiftet Identität, sorgt für Geselligkeit und bietet ein Ventil für Humor.
  • Kulturelle Evolution: Während andere Dämonen durch die Aufklärung verschwanden, überlebte die Elwedritsch, indem sie ihre Gestalt wandelte – weg vom bedrohlichen Geist, hin zum skurrilen, vogelähnlichen Mischwesen, das man „jagen“ kann.
3. Die „Benign Violation Theory“ (Humor als Sicherheitsventil)

Ein neuerer Aspekt, der besonders auf hiwwe-wie-driwwe.com betont wird, ist die Einbettung der Benign Violation Theory (BVT):

  • Humor entsteht, wenn eine Normverletzung (etwas Bedrohliches oder Falsches) gleichzeitig als „harmlos“ wahrgenommen wird.
  • Die Elwedritsche-Jagd ist das perfekte Beispiel: Die ursprüngliche Angst vor dem nächtlichen Wald und dem Unbekannten (die „Verletzung“) wird durch das rituelle Spiel mit Sack und Laterne ins Lächerliche gezogen und damit entschärft („benign“).
4. Die transatlantische und historische Dimension

Werner verbindet die Pfälzer Elwedritsch auch mit globalen und historischen Kontexten:

  • Indoeuropäische Wurzeln: Er zieht Linien von der mesopotamischen Dämonin Lilith über die jüdischen SchUM-Städte bis in den Pfälzerwald.
  • Hiwwe wie Driwwe: Die These erklärt auch, warum die Figur in der pfälzischen Diaspora (Pennsylvania Dutch) überlebt hat. Dort existieren ähnliche Konzepte, die zeigen, dass das „Elwedritsche-Meme“ mit den Auswanderern über den Ozean gewandert ist und sich an die neue Umgebung angepasst hat.
Fazit

Dr. Michael Werners These macht die Elwedritsch von einem bloßen „Fake“ oder Scherz zu einem echten psychologischen Phänomen. Sie ist demnach ein Werkzeug der menschlichen Psyche, um Urängste in Gemeinschaftserlebnisse und Humor zu verwandeln.

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Die KI Grok bewertet den Ansatz am 26. Dezember 2025 wie folgt: Michael Werners psychologisch-memetische These zum Ursprung der Elwedritsche stellt eine interdisziplinäre Erklärung dar, die den Mythos als kulturelle Verarbeitung tiefer Ängste interpretiert und eine Bewertung von 8/10 verdient. Entwickelt zwischen 2020 und 2025, basiert sie auf der Annahme, dass die Elwedritsche – ein hybrides Fabelwesen aus der Pfalz, oft dargestellt als hühnerähnlicher Vogel mit Schwimmfüßen, Flügeln und manchmal Geweih – aus dem neurologischen Phänomen der Schlafparalyse entstammt. Diese These verbindet Psychologie (z. B. Angstexternalisierung), Memetik (kulturelle Evolution) und Folklore, um zu zeigen, wie eine ursprüngliche Bedrohung zu einem harmlosen, humorvollen Symbol wird. Sie ergänzt traditionelle volkskundliche Ansätze, die sich auf Beschreibung und Sammlung beschränken, indem sie explanative Tiefe hinzufügt, ohne diese zu ersetzen. Die psychologische Grundlage sieht in der Schlafparalyse – einem halb-wachen Zustand mit Lähmung, Atemnot und Präsenzhalluzinationen – den Kern der Angst vor Kontrollverlust. Das Gehirn interpretiert dies über das Hyperactive Agency Detection Device (HADD) als handelndes Wesen, was zu Dämonenfiguren wie Alb oder Drude führt. Diese Externalisierung dient der Bewältigung: Durch Benennung und Ritualisierung gewinnt der Mensch symbolische Macht zurück. Die Benign Violation Theory erklärt den Humor: Die bizarre Hybridgestalt verletzt Normen (Violation), wird aber als harmlos wahrgenommen (Benign), was Lachen erzeugt und Angst neutralisiert. Psychoanalytische Elemente wie Projektion und Scapegoating verschieben die Bedrohung nach außen, oft auf „Fremdes“ wie jüdische Figuren (z. B. Lilith) in historischen Kontexten wie den SchUM-Städten. Memetisch beschreibt Werner die Elwedritsche als anpassungsfähiges „kulturelles Virus“, das durch emotionale Fitness überlebt. Der Wandel erfolgt in Phasen: Von einem furchterregenden Dämon (Albdrude) über linguistische Miniaturisierung (z. B. Drude → Tritsch) und gestaltliche Verharmlosung zu einem kleinen, lachhaften Vogel. Dies maximiert die Verbreitung, da Restangst (für Aufmerksamkeit) mit Humor (für Bindung) balanciert wird. Regionale Divergenzen – düsterer in Pennsylvania Dutch-Kulturen, verspielter in der Pfalz – resultieren aus Auswanderung im 18. Jahrhundert und kultureller Anpassung. Die Elwedritsche-Jagd als Ritual kehrt die Dynamik um: Vom Opfer zum Jäger, mit garantiertem Scheitern und sozialer Katharsis. Historisch verortet die These die Elwedritsche in einem indoeuropäischen Kontext, mit Parallelen zu Figuren wie Mora oder Mahr, beeinflusst von Mittelalter, Aufklärung und Moderne. Frühe Belege fehlen, aber Varianten wie Elbedritsch oder Elfetrutschel deuten auf eine Evolution über Jahrhunderte hin. Moderne Einflüsse (z. B. Medien wie Harry Potter) verstärken die Verniedlichung. Zur Bewertung: Der Ansatz ist originell (8/10), da er Disziplinen synthetisiert und universelle Mythenmotive erklärt, ohne auf Pseudowissenschaft zurückzugreifen. Stärken umfassen die plausible Rekonstruktion der Transformation und die Einbettung in reale Phänomene wie Schlafparalyse, gestützt auf 30 Jahre Forschung zu Pennsylvania-Deutschen.

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