In der Geschichte haben sich eine Reihe von Künstlern mit dem Thema „Nachmahr“ bzw. „Albdruck“ beschäftigt, so zum Beispiel der Schweizer Johann Heinrich Füssli (1741-1825) im Jahr 1791 (siehe oben). Auch in Dänemark war das Phänomen bekannt, wie das Bild von Nicolai Abraham Abildgaard (1743-1809) aus dem Jahr 1800 zeigt:

Beide Bilder tragen den Titel „Der Nachtmahr“. Der schottische Arzt Robert Macnish (1802-1837) beschrieb das Phänomen aus Sicht eines Schlafenden wie folgt (The Philosophy of Sleep. New York 1834):

Die „Albdrude“ als Mischform vom „Albe“ und „Drude“ erscheint im 19. Jahrhundert in Schriftform, zum Beispiel im „Deutschen Sagenbuch“ von Ludwig Bechstein (1801-1860), das im Jahr 1853 publiziert wurde:

Die im Text angesprochene Sage Nr. 150 („Die Mahr“) aus dem „Deutschen Sagenbuch“ liest sich wie folgt:
„Was in andern deutschen Landen der Alp heißt oder die Trud, die grausen Nachtspuke, die die Menschen quälen, das ist in Holland und den Niederlanden die Mahr. Aber die Sagen von ihr sind häufiger und viel fürchterlicher als im innern Deutschland. Die Mahr ist nicht eigentlich ein Gespenst, sie ist eine dämonische Qual, von Menschen gegen Menschen verübt. Wer eine Mahr ist, deren Seele zieht aus, andere zu peinigen, zu reiten, wie der richtige Volksausdruck ist, und es ist das Sprüchwort: Reitet dich die Mahr! nicht viel anders zu verstehen als das: Reitet dich der Teufel! Absonderlich üben böse Hexenweiber das teuflische Mahrreiten. Zu Harlem ist’s in einem reichen Hause geschehen, daß ein Mädchen unversehens in der Schlafkammer eines Knaben nackt am Boden liegend gefunden ward, neben ihr ein Besenstock, und das Mädchen schrie und jammerte. Als es gefragt wurde, bekannte es: Ich wachte in der Nacht, sah, wie meine Mutter aufstand, sich auszog, mit einer Salbe sich strich, einen Stock nahm und darauf zum Fenster hinausritt. Da stieg ich auch auf, holte auch einen Besenstock, strich mich auch mit der Salbe, fuhr auch aus dem Fenster, da kam ich über dieses Haus, ward hier hereingeführt, da lag meine Mutter auf des Knaben Brust gleich einer Mahr. Ich schrie laut vor Schreck: Jesus Maria!, da fuhr alsbald meine Mutter auf und mit geballten Fäusten an mir vorbei durchs Fenster fort. Als das Mädchen solches erzählt, wurde die Hexe verhaftet und gestand, daß sie in jeder Nacht da oder dort die Leute als Mahr gequält, und wurde verbrannt zur gerechten Strafe.
Bei Vilforde fanden Schnitter ein Weibsbild liegen, die lag wie tot, doch war sie nicht kalt wie eine Tote, aber sie atmete auch nicht wie eine Schlafende. Ein Hirte, den die Schnitter herbeiriefen, sprach: Das ist eine Mahr, die ist ausgezogen, einen andern zu quälen. Die Schnitter wollten’s gar nicht glauben, aber der Hirte sagte: Harret nur, ihr sollt Wunder sehen! Und neigte sich zu der Liegenden und flüsterte ihr ein paar Worte ins Ohr, da kam ein klein Tierchen, fingerslang, weither gelaufen, blitzgeschwind, das kroch der Frau in den Mund. Der gab nun der Hirte einen Schub, daß sie um und um kollerte, da wachte sie auf, schaute starr sich um und flüchtete rasch davon.
Einen jungen Menschen quälte jede Nacht die Mahr, er liebte ein Mädchen, das ein Kamerad von ihm auch liebte, ohne daß er’s wußte, und klagte diesem seine Qual. Da sprach der Kamerad: Folge mir und tue das: halte gegen deine Brust ein wohlgespitztes Messer mit der Spitze, wenn du dich zu Bette gelegt hast, aber schlafe nicht ein. Das war ein Teufelsrat, denn der andere rechnete, wenn die Mahr auf jenen falle, solle sie ihm das Messer in die Brust stoßen, damit er des Nebenbuhlers ledig würde. Jener aber befolgte den Rat, nur verkehrt, denn er hatte das Richtige vergessen und hielt die Spitze und Schneide des Messers über sich; wie die Mahr auf ihn fiel, stach sie sich durch und durch und kam nimmermehr wieder.
Selbst Pferde wurden von der Mahr geritten, wie denn das Wort Mahr selbst so viel ist als Pferd, wovon in deutscher Sprache noch die Worte Marstall und Mähre üblich sind, daher auch bei der bösen Trudentat der Begriff von reiten und geritten werden. Die Mahr ist aber selbst bisweilen Vampir, und ebenso vertauscht sie Kinder gegen Wechselbälge. Wer den Kindern abends ein Kreuz über Wickel und Wiege macht, hat nichts von der Mahr für sie zu fürchten.“
Die andere erwähnte Sage Nr. 478 („Das Alp als Flaumfeder“) fokussiert eher den erotischen Aspekt („weiblicher Dämon als Succubus“). Dieser spielt im Fall der Elwedritsche keine Rolle. Der Vollständigkeit halber sei auch dieser Text hier abgebildet. Die Rolle eines Schlüssellochs wird hier sehr schön deutlich:
In dem Stadtflecken Ruhla, in dessen Nähe vor alters der eiserne Thüringer Landgraf hart geschmiedet wurde, gibt es Sagen von Bergschätzen und allerlei Geistern, guten und bösen, vollauf. Jäger spuken, Pfarrer spuken, Jungfern spuken, Hexen, Mönche, Kroaten spuken, es spukt eine Gans und endlich sogar ein Esel, der Bieresel genannt, der sich den spät vom Biere heimkehrenden Männern aufhockt, sie auch wohl umhalst, wie das römische Gespenst Empusa in Eselgestalt die Reisenden. Da ist denn bei so vielerlei Geister- und Hexenspuk auch das Alp zu Hause, das die Schlummernden nächtlich quält, ähnlich dem oder der Mahr in den Sagen des Niederlands. Dagegen gibt es aber ein probates Mittel. Der Gequälte muß nämlich, sofern er es vermag, rasch aufstehen und das Schlüsselloch zustopfen, denn durch dieses geht das Alp aus und ein. Solches Kunststück wußte einmal einer und probierte es, und siehe, da ward das Alp sichtbar und saß auf seinem Bette, hatte einen weißen Schleier und war ein wohlgetanes Frauenbild. Das war dem Rühler gar nicht uneben, er behielt die Schöne bei sich und lebte mit ihr als einer Frau. Sie war auch still und gefügig, aber sie lachte nie und bat ihn stets, das Schlüsselloch zu öffnen, denn nur durch dieses und nicht durch offne Türen und Fenster kann das Alp wieder entweichen, daher auch Goethe im Faust den Mephistophiles sagen läßt: „S ist ein Gesetz der Geister und Gespenster: Wo sie hereingeschlüpft, da müssen sie hinaus.“
Einstmals aber, da die stille Frau ihre Bitten wiederholte, dachte er: Hm, du willst doch sehen, wo das hinaus will, sie geht ja doch nicht durch das Schlüsselloch, und wenn sie fort will, kannst du sie ja halten – ließ sich aber gegen sie nichts merken und räumte unversehens die Verstopfung des Schlüssellochs hinweg. Da wurde das Frauchenkleiner und immer kleiner und endlich gar zu einer Flaumfeder, und da haschte er nach ihr, aber das Wehen seiner Hand trieb sie hinweg, und husch, flog und zog sie durch das Schlüsselloch und war dagewesen.
Ein früher schriftlicher Hinweis auf das Wirken von Albdruden stammt aus den Niederlanden. 1664 veröffentlichte der Arzt Isbrand Van Diemerbroeck (1609–1674) eine Sammlung von Fallstudien, die auch das Beispiel einer Schlafparalyse enthält. In englischer Übersetzung liest sich sein Bericht wie folgt:
„… in the night time, when she was composing her self [sic] to sleep, sometimes she believed the devil lay upon her and held her down, sometimes that she was choaked [sic] by a great dog or thief lying upon her breast, so that she could hardly speak or breath, and when she endeavoured to throw off the burthen, she was not able to stir her members. And while she was in that strife, sometimes with great difficulty she awoke of her self [sic], sometimes her husband hearing her make a doleful inarticular [sic] voice …“ (Wiley Online Library)
Aber wir können doch noch etwas weiter zurückgehen. Zwischen 1520 und 1525 schuf Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) das Werk „Der Heilige Antonius als Eremit“. Im Vordergrund kniet Antonius vor einem Kreuz. Im oberen Bilddrittel sieht man ihn noch einmal liegend, wie er von unterschiedlichsten Dämonen gequält wird. Der weiße Dämon mit Hörnern in Brustnähe (vgl. „albus“, weiß – zu „Alben“) sieht einer Elwedritsch nicht unähnlich.

Meyers Konversationslexikon (Leipzig und Wien 1885-1892, Band 5) spricht von Druden als „weiblichen Wesen elbischen Geschlechts, die (…) zu Unholden und hexenartigen Nachtgeistern herabsanken“. Auch hier wird also auf die Verwandlung von „Alben“ zu „Druden“ hingewiesen:

Interessant ist das direkt unter „Drude“ stehende Stichwort „Drudsch“, welches eine „Personifikation der Unwahrheit und Gottlosigkeit in der Religion der Parsen“ darstellt und ein „Gattungsname für verschiedene weibliche Unholde“ sei. Die Parsi sind eine Gruppe von Menschen, die heute in Indien leben und eine Religion praktizieren, die von Zarathustra im 1. Jahrtausend vor Christus in der Region des heutigen Iran begründet wurde (Zoroastrismus). Parsi bedeutet Perser, da die Parsi in Indien Nachkommen zoroastrischer Migranten sind, die aus Persien flohen, als sie religiöser Verfolgung durch Muslime ausgesetzt waren. Mit anderen Worten: Ein Begriff, welcher dem Wort „Drude“ ähnlich ist, war – auch in ähnlicher Bedeutung – mindestens im 1. Jahrtausend nach Christus im indoeuropäischen Sprachgebiet nördlich von Mesopotamien in Gebrauch.
Das „Deutsche Wörterbuch“ von Jakob und Wilhelm Grimm kennt den Begriff „Drude“ (Band 22., Sp. 1233):
Trude, trud, f., m. , ein gespenstisches wesen, gewöhnlich ein nachtgespenst von der art des alps; hexe (hexenmeister), zauberin, fee; wie hexe auch als schelte verwendet; s. bereits drude teil 2, 1453f. herkunft, form und verbreitung.
gemeinhin versteht man unter trud(e) ein weibliches gespenst; daneben begegnet aber auch die vorstellung, dasz es sich wie bei den alp, mahr, schrätlein genannten nachtdruckgeistern um ein männliches wesen handele: trut incubus vel incubo est demon, qui assumit corpus humanum ad opprimendum mulieres superponens voc. incip. teut. (c. 1471) gg 5a; voc. incip. teut. (c. 1495) yb (s. teil 2, 1454) und voc. primo ponens (1515 Hüpfuf) c 4b; incubus trutt oder der alp, der die frauen reitt bei Schmeller-Fr. 1, 649 (aus älterer quelle); auch bei der übersetzung von ἐφιάλτης, m., ist das entsprechende deutsche masculinum in betracht zu ziehen: ephialtes druckende drutt o. der alp (1595) bei Diefenbach-Wülcker 371; trut Schönsleder /Bd. 22, Sp. 1234/ prompt. (1647) Kkk 4b; drutte, drotte Weismann lex. bipartit. (1725) 2, 99b; trut Schmeller-Fr. 1, 649 (aus älteren quellen); dem trudt oder alp Schwandner (1670) in mitteil. d. schles. gesellsch. f. volkskde 16, 147; der trud oder alp dtsche sagen (1891) 1, 67; mundartlich: trute Hintner tirol. dialektforsch. 42; trud Unger-Khull steir. 176b; drud Sartorius Würzburg 33; oberdt. drud bei Adelung wb. 1, 1562; zu drud, m., im mährischen vgl. teil 2, 1454 unter drude
Als Ausdruck des volksglaubens begegnet das wort in der verschiedensten mundartlichen lautgestalt als trude, trute, trutte (trotten- in zusammensetzungen), entsprechend mit anlautendem d und apokopiert. am reichsten findet es sich in jüngerer zeit im bair.-österr. bezeugt: trud, drud Schmeller-Fr. 1, 648; trud Höfer 3, 242; drud Castelli ndösterr. 116; Hügel Wien 50b; trud Jacob Wien 196a; trūt, trūd Schöpf tirol. 760; trude Zingerle Tiroler sitten (s. teil 2, 1454); trud Unger-Khull steir. 176b; trūtə Hauffen Gottschee 93; Tschinkel 120; trūte Lexer kärnt. 73; truta Schmeller-Bergmann cimbr. 179b; trūt Bacher Lusern 68; trūt (älter trute) Gebhardt Nürnberger ma. 95; trud Neubauer Egerländer ma. 52a; vgl. auch A. John brauch u. volksglaube im dt. Westböhmen 267; gängig erscheint trud(e) auch im schwäb., s. Fischer 2, 419; im elsäss. ist bezeugt drudefusz, -kraut Martin-Lienhart 1, 151a; 2, 951a; nur älter auch das simplex trutte bei Fischart s. u.; im schweiz. nur ganz vereinzelt in trottenkopf, s. sp. 1081; weiter nördlich begegnet das wort innerhalb des ostfränk. veraltend als drud Sartorius Würzburg 33; drude Reinwald Henneberg. (1793) 2, 53 (bei Spiesz [1881] nicht mehr aufgeführt); druth bei Nordheim in Mittelfranken nach Fr. Panzer bayer. sagen (1848) 2, 550; vgl. auch den ortsnamen Drutenbergla in Mittelfranken ebda 2, 164; im westmd. tritt es auf in vereinzeltem auf drude zurückgeführtem drūre (aus einem kindervers) rhein. wb. 1, 1515; 3, 245; vgl. ferner den moselfrk. ortsnamen Truddenseifen Kisch vergleichendes wb. d. Nösner siebenbürg. u. moselfrk.-luxemb. ma. 226b sowie drude, trut siebenbürg.-sächs. wb. 2, 84b; trud Kramer Bistritz 133 f.; älteres vorkommen im thüring. läszt sich durch den flurnamen Drudental erweisen, s. L. Gerbig flurnamen d. herzogt. Gotha 218; aus dem obersächs. belegt trude Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 492; trutte Joh. Prätorius s. u.; trut Wuttke sächs. volkskde 323; vgl. auch Köhler volksbrauch im Voigtlande 479; fürs schlesische vergleiche man trudt (m.) bei Schwandner (1670), s. oben, und trottenkopf sp. 1081. das fehlen und das zurückweichen des wortes in einzelnen mundarten ist zum teil aus dem gebrauch gleichbedeutender ausdrücke zu erklären wie norddtsch. mahr, wesentlich md. alp, vorwiegend alem. und schweizer. schrättele, schweizer. u. elsäss. dockeli u. a., vgl. hwb. d. dt. aberglaubens 1, 283f.
das wort ist vorahd. als *trudōn- mit kurzem stammvokal anzusetzen. altes t im anlaut wird durch das siebenbürg.-sächs. trut, trud, den moselfrk. ortsnamen Truddenseifen (s. oben) und westfäl. trudemannekes (sp. 1241) gesichert; wo anl. d begegnet, handelt es sich nach dem mundartlichen befund um gebiete, in denen übergang zur lenis vorliegen kann; so hat das bair.-österr. beispielsweise drud im ndösterr., aber trut u. ä. im tirol., steir., kärnt., egerländ., nürnberg., oder das alem. in der regel trude u. ä., aber im ndalem. auch Druttenhuser s. teil 2, 1455 s. v. drudenhaus; drudefusz, -kraut Martin-Lienhart elsäss. 1, 151a; 2, 951a (vgl. Behaghel gesch. d. dt. spr.5 § 396, 4). die literarischen belege haben vorwiegend bis in heutige zeit die mit t anlautende form, neben der erst seit dem 16. jh. die mit d öfter auftritt: truta ahd. gll. 4, 27, 1 St.-S.; truten Berthold v. Regensburg (s. u.); passional 395, 77 K.; trut voc. incip. teut. (c. 1471) gg 5a; truten H. Sachs 17, 248, 2 K.-G.; trud Joh. Beer teutsche winternächte (1682) 450; trude Wieland s. w. (1794) 17, 274; trud Rosegger schriften II 10, 36; Watzlik der alp (1923) 148; der frühest datierbare beleg für anlautende d-form liegt in Druttenweg (1317) Buck obd. flurnamenb. /Bd. 22, Sp. 1235/ 50 vor. im inlaut herrscht t (tt) allgemein bis ins 17. jh. und hat sich in nicht lenisierenden mundarten, wie z. b. im kärnt. trute, cimbr. truta (mit weniger sicherheit erweisbar in den apokopierten formen trut, trudt, trutt u. ä.) noch heute erhalten; vgl. auch Pfalz im hwb. d. dt. abergl. 8, 1173; erste sichere belege für inlautendes d sind: trude (17. jh.) und trudenhaus (1628) bei Leitschuh hexenwesen 60 bzw. 54; thruden (1657) im siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85a; truden Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 492; ungewisz ist, ob der fingierte mittelalterliche ortsname Trudentrül Buck a. a. o. bereits hierher gehört; seit dem 18. jh. ist das inlautende d, vielleicht unter einflusz von Trude (für Gertrud), in literarischen denkmälern allgemein gebräuchlich geworden. auf ursprüngliche kürze des stammvokals, wie ihn Fischer schwäb. 2, 419 für die südlichen schwäbischen mundarten noch als üblich verzeichnet, weist die schreibung des folgenden dentallautes als tt hin, die bis ins 17. jh. häufig vorkommt: trutten (15. jh.) bei Keller erzähl. aus altdtsch. handschr. 320, 36; (1451) bei Diefenbach-Wülcker 371; voc. theut. (1482) bb 2a; Seb. Franck und Christoph Wirsung bei Fischer schwäb. 2, 419; drutte Serranus (s. teil 2, 1453); trutten Fischart (s. u.); (1619) siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85a; Joh. Prätorius (s. u.); drutte, trutte Stieler 340; auch der reim truten: darbuten passional 395, 77 K. deutet gemäsz dem reimgebrauch des dichters auf kürze des vokals. kurzes u setzen auch die verdumpften formen voraus: drotte Weismann lex. bipartit. (1725) 2, 99b; nachttrotten (1786) s. u.; trottenfusz teil 2, 1455; Fischer schwäb. 2, 420; 6, 1781: trottenkopf sp. 1081. das wort gehört wesentlich apokopierenden mundarten an, weshalb auch die einsilbige form schriftsprachlich ebenso geläufig ist wie die volle; früheste belege sind trut voc. incip. teut. (c. 1471) gg 5a; voc. primo ponens (1515 Hüpfuf) c 4b und bei Schmeller-Fr. 1, 649.
auszerhalb des deutschen ist das wort nicht sicher nachzuweisen. das teil 2, 1453 verzeichnete dän. drude ist nach ordbog over det danske sprog 3, 1014 aus dem dt. entlehnt. wie dän. drude in der verbindung jomfru Drude ‚jungfer Naseweis‘ beruht wohl auch schonisches druda (schimpfwort für ein liederliches frauenzimmer) Rietz svenskt dialectlexikon 99b auf dt. Trude aus Gertrud, s. ordbog a. a. o. der hinweis von teil 2, 1453 auf faröisch trut bei Finn Magnussen lex. myth. 668a beruht auf einem versehen; auch findet es sich nicht bei Jacobsen-Matras fœrøisk-dansk ordbog.
man hat trude in etymologischen zusammenhang gebracht mit dem altnord. walkürennamen þrûðr, eigentlich appellativ ‚kraft‘ (teil 2, 1453; Schade altdt. wb. 2, 932; Weigand-Hirt 1, 384; M. Heyne 1, 611), mit ahd. mhd. trût = nhd. traut (teil 2, 1453; Fischer schwäb. 2, 419 und Kluge-Götze 115b) und mit got. trudan (an. troða) ‚treten‘ (Schmeller-Fr. 1, 649; Schöpf tirol. 760; E. H. Meyer mythol. d. Germanen 131; Güntert Kalypso 70; Ranke im hwb. d. dt. abergl. 8, 1173). gegen die beiden ersten deutungen spricht die kürze des vokals, sieh oben (vgl. auch Ranke a. a. o. 1174 und Mogk in: Pauls grundrisz 32, 268). die herleitung von got. trudan, an. troða aber wird gestützt durch anderweitige bezeichnungen nächtlicher druckgeister mittels nomina agentis von verben des drückens, tretens, lastens u. s. f., z. b. süddeutsch, bes. tirol. 1stempe, s. teil 10, 2, 2321 und wörter u. sachen 1, 21, frk. trempe mythol.4 1, 231; 3, 90 und auszerhalb des deutschen frz. cauchemar (zu lat. calcare), ital. pesaruole, span. pesadilla (von pesar ‚lasten, drücken‘) bei Güntert a. a. o.; zum gebrauch des ausdrucks ‚treten‘ bei alpartigen erscheinungen sieh hwb. d. dt. aberglaubens 1, 292.
in früherer zeit dachte man auch an beziehungen von drude, trude zu druide, s. teil 2, 1456, was zu gegenseitiger verwechslung der beiden bezeichnungen führte; trute, drude statt druide: Aventinus … redt, als ob auch die truten (randbemerkung: druiden), die er … der Teutschen prediger nennet, zauberer weren gewesen Fischart Bodin (1591) 131a; /Bd. 22, Sp. 1236/
die alten, kühnen degen
gehn noch auff unsren wegen,
die ihrer druden lieder
nicht lieszen kummen nieder
Logau sinnged. 530 Eitner; (Lessing bemerkt zu der stelle: druden, … wofür wir itzt druiden sagen 7, 369 Lachmann-Muncker); vgl. auch Matth. Hammer rosetum histor. (1654) 203 f.; Chr. v. Stolberg (teil 2, 1453) und Klopstocks drüden (teil 2, 1456 s. v. druide); vgl. Joh. Prätorius (1668) unter trudenfusz. drude wird teil 2, 1454 in Schillers druidenbaum vermutet; vgl. auch druytenfusz für drudenfusz bei v. Querfurth herald. terminologie 159.
trud(e), f., flektiert gewöhnlich nach der n-deklination: einer trutten (15. jh.) bei Keller erzähl. aus altdtsch. handschr. 320, 36; truten (acc. pl.) Berthold v. Regensburg (s. u.); der truten (gen. pl.) passional 395, 77 Köpke; trutten (nom. pl.) voc. theut. (1482) bb 2a; Seb. Franck (teil 2, 1453) u. a. im sg. hat sich heute beim fem. wie allgemein die form des nom. sg. durchgesetzt; aber auch in älterer zeit begegnet einmal der dativ der trut bei Schmeller-Fr. 1, 649. schwache flexion des masculinums truden bei Adelung wb. 1, 1562; doch findet sich auch starke flexion: dem trudt Schwandner (1670) s. o. bedeutung und gebrauch.
trude bezeichnet ein alpartiges gespenst im bair.-österr., schwäb. (vereinzelt schweizer.), siebenbürg.-sächs., sächs., schles., daneben allgemeiner ‚hexe‘ im bair.-österr., schwäb., siebenbürg.-sächs., westl. md. und ostfrk. die bedeutung ‚hexe‘, die als alleinige nur in mundarten vorkommt, in denen das wort im aussterben ist, ist der etymologischen herleitung gemäsz als sekundär aus dem spezielleren begriff ‚alpartiges wesen‘ entwickelt anzusehen, im unterschied zu der entwicklungslinie von alp (entgegen Mogk a. a. o. 32, 268). zum sachlichen vgl. hwb. d. dt. aberglaubens unter trude 8, 1173f. und alp 1, 281-305; zu der herrschenden vorstellung, dasz es sich bei den truden um lebende menschen handele, die sich in alpartige wesen verwandeln können s. hwb. d. dt. aberglaubens 1, 288, ferner Schmeller-Fr. 1, 648, siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85b und Bucher, Zingerle, Kulda in teil 2, 1453 f. unter drude 2; über plattfüszler als truden s. hwb. d. dt. aberglaubens 1, 289, bei Lexer kärnt. 73 und in teil 2, 1455 s. v. drudenfusz 1; vgl. auch bad. wb. 1, 575b.
1) ein weibliches gespenst, das das alpdrücken verursacht. zufrühest bezeugt als umschreibung von ahd. mara, f., in einer von jüngerer hand nachgetragenen glosse einer handschrift des 9. jhs.: scitropodes mara, truta ahd. gll. 4, 27, 1 St.-S. (die bedeutung des glossierten wortes bleibt fraglich; Schmeller-Fr. 1, 649 denkt an σκυθρωπότης ‚finstere, mürrische wesensart‘; daneben ist zu erwägen scytropodes = χυτρόποδες, χυτροπόδιον bei Graff 4, 361 s. v. kuchmari und Diefenbach gl. 124c s. v. chytropus; im zweiten falle könnte mara verderbtes kuch mara [nom. pl.] sein, das der truta nachtragende schreiber im sinne von trude deutete); trut succubi, demones, qui se in specie mulierum incumbunt cum viris voc. inc. teut. (c. 1471) gg 5a; voc. primo ponens (1515 Hüpfuf) c 4b;
(eine ehebrecherische frau zu ihrem manne, der an ihrer statt
einer untergeschobenen stellverireterin des nachts zur strafe für
die untreue die haare abgeschnitten hat und sich wundert, sein
weib am nächsten tage ungeschoren zu sehen:)
ich wen, euch betrig der alp …
(zu anderen gewandt:) nu seht aldo,
das er vil unrecht gicht
und mich gelogens zicht (nämlich des ehebruchs).
die (haare) seint einer trutten gewesen,
ja bin ich heint wol genesen
(15. jh.) bei Keller erzähl. aus altdt. handschr. 320, 36; zwen … zäuberer, die stäts inn weibsgestalt alpen oder underliglinsteuffel und trutten oder schretel zu gefärten hatten Fischart Bodin (1591) vorr. 2b; die tätigkeit der truden wird wie bei andern nachtdruckgespenstern gewöhnlich als drücken bezeichnet: si credit se mulierem in nocte premere i. e. trutam bei Schmeller-Fr. 1, 649; incubo infestari, vexari wann ein die drut truckt Schönsleder /Bd. 22, Sp. 1237/ prompt. (1647) l 7b; hat enk eppa die trud druckt? bei Schlossar dtsche volksschauspiele 1, 291; vgl. Anzengruber ges. w. (1890) 3, 157 und Castelli, Panzer, Zingerle in teil 2, 1453 f.; Joh. Prätorius kennt als bezeichnung alpartiger wesen: trutte oder frau trutte anthropodemus plutonicus (1666) 4; wo sie nicht … nach der warheit verfahren würde, wollte er heute nacht eine trud über sie schicken Joh. Beer teutsche winternächte (1682) 450; wenn aber die trud über sie kommt und erwürgt sie Ph. Hafner ges. lustspiele (1812) 2, 248; in der nacht träumte mir, er laste wie eine trud auf meiner brust Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 64. an alpartige gespenster ist auch bei den als truden bezeichneten wesen zu denken, die blut saugen, vgl. hwb. d. dt. aberglaubens 1, 293; Mareta österr. (1865) 14b; Lexer kärnt. 73; siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85a:
so spricht maniger tummer leib,
die trutte sei ain altes weib
und chumme die leute saugen.
und etleich die gelauben,
der alpe minne die leute
Vintler pluemen d. tugent 7797 Zingerle; lamia drut, alb voc. tril. (Prag 1723) bei Diefenbach nov. gl. 227b; (der eiferer,) der wie eine trud blutvöllerisch an dem dorf gezecht Watzlik der alp (1923) 148. vgl. auch das compositum nachttrutten incubus Wirsung bei Fischer schwäb. 2, 419 und Thurneisser in teil 7, 171; nachttrotten (1786 im württembergischen) bei Haltrich z. volkskde d. Siebenbürger Sachsen (1885) 320.
2) ein weibliches gespenst, eine hexe, eine zauberin oder fee: saga ein zauberin oder drutte, venefica ein drutt Serranus (neben der bedeutung incubus) s. teil 2, 1453; saga et venefica Stieler 340; Frisch (1741) 1, 209c;
(der bauer,) der zumal aberglaubig was,
den alten unhulden zumasz,
was unglücks ihm zustund auff erd.
wurd etwan ihm ein hinckent pferd
oder thet ihm ein ku verseyhen (die milch ausgehen
so thet ers als die druthen zeyhen lassen),
Hans Sachs 9, 271, 9 Keller; 9, 274, 30 K.; 17, 248, 2 K.-G.;
(Jupiter) hat der böszen welt geschworn,
dasz er mit plitz, hagl und dunder
woll zu ir lassn schlagn hinunder.
ein trutt soll helfen zu den sachn
und ein heftiges wetter machn
J. Ayrer 2497 lit. ver.; vgl. 1DWb trude und regentrude Storm s. w. (1904) 2, 243, 220; wir haben das eisenkraut ins korn gezettelt, nicht dasz es die thruden hinweg sollten führen (1657) siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85a; in diesem jahr (1627) hat man zu Zeil auf ein neues angefangen truden zu brennen, denn sie haben bekennt, dasz sie das vorige jahr alles erfrört haben (17. jh.) bei Leitschuh hexenwesen (1883) 60. als kinderschreckgestalt: man schrecket noch bei den Teutschen die kinder mit der trutten Fischart Bodin (1591) 131a; schweig, die drude kommt Matth. Hammer rosetum histor. (1654) 203; in der gleichen wendung bei Flögel, s. teil 2, 1453. als bezeichnung einer zauberin oder fee nur in literarischen denkmälern:
der trude, welche ihr (dem neugeborenen mädchen) den untergang geschworen, war nicht im horoskop gedacht
Wieland s. w. (1794) 17, 274;
… eine zauberin …
… muszte pathin seyn.
was bind ich, sprach mit holdem munde
die gute fey, dem herrchen ein?
weyht ihn, sprach der papa, zum siege
durch löwenkraft schon in der wiege.
nein, rief die wackre trude, nein! …
ein kind mit riesenstärke wäre
das ärgste raubthier der natur
Pfeffel poet. versuche (1812) 4, 137;Göthe IV 10, 355, 18 W. zur vorstellung der truden auch als wohlwollender geister wie oben bei Storm, Pfeffel und Göthe vgl. siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85a und Zingerle Tiroler sitten 37 (vgl. teil 2, 1453 unter drude 1).
in einer reihe von fällen läszt sich nicht ausmachen, ob eine hexe schlechthin oder das den alpdruck erzeugende /Bd. 22, Sp. 1238/ wesen gemeint ist: secundum, quod de nocte vadunt et hujusmodi (nach Schönbach am unten angegebenen orte s. 22: der nächtliche geisterritt), non debes aliquo modo credere nec … pilwiz, nahtvaren, nahtvrowen, maren, truten. … totum sunt demones Berthold v. Regensburg in einer missionspredigt ‚de fide‘ in: Wiener sitzungsber. phil.-histor. classe 142, 7, 18;
do noch Bernhardus was ein kint,
do wart daz houbt im we tun …
nu quam ein alde vrowe,
ein volgerinne der truten,
daz kint si ir darbuten,
wand si im buzen (das kopfweh besprechen) wolde
passional 395, 77 Köpke; mit trutten faren in einem excommunicationsgesetz von 1451 bei Diefenbach-Wülcker 371; des teufels anhang als den hexen, unholden, drutten (1583) bei Fischer schwäb. 2, 419; Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 492; die tänze der hexen, truden und unholdinnen F. M. Böhme gesch. d. tanzes (1886) 22.
3) wie hexe als schelte und abfällige bezeichnung gebraucht für ein häszliches weib Jacob Wien 196a; eine träge, schmutzige weibsperson Mareta österr. (1865) 14b; Neubauer Egerländer ma. 52a; widerliche weibsperson, falsches weib, altes verschlagenes weib, hure Fischer schwäb. 2, 419; gänsfüszige trute eine schelte für plattfüszige alte weiber bad. wb. 1, 575a (für Konstanz); als schelte für eine betrunkene bäuerin bereits bei Ayrer, s. teil 2, 1454 unter drude 3; vgl. auch 3trudel und trudweib. die herleitung von Trude (aus Gertrud), wie sie für die sp. 1235 genannten skandinavischen entlehnungen mit ähnlich abfälliger bedeutung angesetzt wird, ist für die hier aufgeführten nicht wahrscheinlich. denn sie treten nur in einem gebiet auf, das auch die bedeutungen von trude 1 und 2 kennt, und begegnen in der gleichen lautform wie die jeweiligen mundartlichen bezeichnungen für trude 1 und 2. sekundäre anlehnung an Trude ist immerhin vorstellbar.
4) als bezeichnung eines männlichen alpartigen gespenstes läszt sich das wort seit dem 15. jh. nachweisen, s. o. sp. 1233ff. und drude 4; mit ausdrücken des drückens vgl. oben voc. incip. teut. (c. 1471) gg 5a u. a., ferner: druckend drut incubus, daemon Serranus synon. (1552) 53a; der trute hat mi gidruckt Hintner tirol. dialektforsch. 42. ungewisz bleibt es, ob das wort auch soviel wie ‚hexenmeister‘ bedeuten kann Adelung wb. 1, 1562; Sartorius Würzburg 33.
5) das wort findet sich häufig in zusammensetzungen, s. teil 2, 1454-56 und unten sp. 1240ff., gewöhnlich in der form truden- (druden-), mundartlich auch trude-, s. Fischer schwäb. 2, 420; 6, 1781; Martin-Lienhart elsäss. 1, 151a; 2, 951a; siebenb.-sächs. wb. 1, 85bf.; westfäl. trudemannekes zs. d. ver. f. volksk. 8, 114; gelegentlich begegnet auch trud- u. ä. in trottfusz Fischer schwäb. 6, 1781; trudmann ebda; trudweib Watzlik Phönix (1916) 136. häufig tritt das wort in orts- und flurnamen auf, vor allem in zusammensetzung mit bach, baum, berg, platz, stein, tal, weg, vgl. Buck obd. flurnamenbuch 50; Unger-Khull steir. 177a; Fischer schwäb. 2, 420; siebenbürg.-sächs. wb. 2, 85b; Kramer Bistritz 135; fürs moselfrk. Kisch vergleichendes wb. d. Nösner u. moselfrk.-luxemb. ma. 226b; fürs thüring. L. Gerbig flurnamen d. herzogt. Gotha u. forstnamen d. Thüringer waldes 218.
Der Begriff hat sich in Deutschland nur entlang des Rheins einerseits sowie im östlichen Bayern andererseits gehalten:

Das „Deutsche Wörterbuch“ von Jakob und Wilhelm Grimm kennt aber auch den Begriff „Trutsche„. Auch hier geht es um Frauen, die als „einfältige Frauensperson“, „ungelenkes Frauenzimmer“ oder „beschränkte Weibsperson“ charakterisiert werden.

Etwas netter liest sich der Eintrag im „Bayerischen Wörterbuch“ (1827) von Johann Andreas Schmeller (1785-1852) auf Seite 681:

Interessant ist ist neben der Verkleinerungsform „Trutschelein“ für eine liebe Person bzw. ein Kind auch die Version „Drütschel“, das im Pfälzischen „Dritschel“ ausgesprochen wird. Wie auch das Lexem „Drude“ ist „Drutschel / Drütschel“ bereits im ausgehenden Mittelalter belegt. Hier liegen zwei Wörter lautlich eng beisammen, die semantisch völlig unterschiedlich konnotieren: Hier die gestaltwandelnde Drude, die Schadzauber ausübt – dort das Kosewort für eine liebe Person bzw. Kind. Dazwischen liegt die Bedeutung, die das Deutsch Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm benennt: „abschätzige Bezeichnung für ein Frauenzimmer“.
Und auch das Pfälzische Wörterbuch kennt den Begriff „Drutsch„, unter anderem in den Bedeutungen „unansehnliche Frau“ und „alte Frau“. Ein semantischer Zusammenhang der Begriffe „Drude“ und „Drutsch“ einerseits – „Drutsch“ (pfälz.) und „Drudsch“ (persisch) ist durchaus erkennbar.

Das Südhessische Wörterbuch (1932), das auch die Region Rheinhessen einschließt, nennt als mögliche Erklärung des Begriffs “Elbendritsch” (übrigens mit “b”!) die Bedeutung “der von den Elben Gequälte” und kommt damit der Realität schon ziemlich nahe. In Wöllstein sprach man noch 1932 von einer “Schreckgestalt, mit der man kleine Kinder ängstigt”. “Schreckgestalt, die kleine Kinder ängstigt” hätte es vielleicht noch besser getroffen.

Es gibt den Begriff in unendlichen Aussprachevarianten und Schreibweisen. Im Wörterbuch gefallen mir besonders “Elfetrutschel” (Ober-Hilbersheim) und “Älwedrudschele” (Bobstadt, Bergstraße), weil sie noch vergleichsweise nah an dem Begriff “Albdrude” sind. Im Südhessischen tauchen natürlich auch schon die hessischen Entsprechungen “Rasselbock” und “Dilldapp” auf. Interessanterweise werden auch “Bachkatze” und “Dachkatze” als Varianten von “Elbentritsch” aufgeführt (allerdings ohne Ortsnamen-Markierung).
Auch im Bayerischen Wörterbuch findet sich ein Eintrag:

Interessant sind hier zwei Aspekte: Zum Einen widerlegt das Vorkommen des Begriffs im südöstlichen Bayern, dass „Elbertritscherln“ nur in der mit der Kurpfalz verbundenen Oberpfalz im nordöstlichen Bayern vorkamen. Zum Anderen zeigt die Variante „Woibatrischl“ (von „Walburga“) eindrucksvoll den Zusammenhang mit dem bayerischen Wolpertinger.
Es lohnt auch ein Seitenblick zu den Nachfahren pfälzischer Auswanderer in Osteuropa, in diesem Fall Banat (Ungarn / Rumänien). Im Wörterbuch der banaterdeutschen Mundart lassen sich beeindruckende Belege finden, dass man sich früher vor Elwedritschen fürchtete, und dass es besonders Kinder waren, denen man die Angst vor dem Zu-Bett-Gehen nehmen musste:
"Geh nor ne schlofe, glei kumme die Elbetrische."
"Chinder hen Ängschter vor de Dilbekritsche."
"Gib Obacht, die Elbetritsche krien dich."
"Du aldi Elbetrisch" (Bed. "du alde Hex")
( Quelle: Wörterbuch der banaterdeutschen Mundarten,
Bd. 2, D-F, München 2020, S. 240-241)



Abschließend genannt werden soll die im Pfälzischen früher verbreitete Variante „Drick(e)männche“. Hier findet man einerseits ein Verhalten beschrieben, das dem der Alben und Druden sehr ähnelt. Andererseits ist der Dämon offensichtlich klein und männlich – und steht damit eher dem „Bucklich Männlein“ nahe, dessen Wurzeln vermutlich in einem alten Ahnenkult aus der Zeit der neolithischen Revolution zu suchen sind.

Der Begriff ist eher in der westlichen bzw. nördlichen Pfalz bekannt gewesen, während in der Vorderpfalz Begriffe wie „Dricke“, „Albdricke“ oder auch „Herzdricke“ verbreitet waren. Näheres hierzu findet sich im Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“.
Sogar in medizinischen Lehrbüchern wird die Krankheit „Albdruck“ beschrieben, und es gibt Anleitungen zur Behandlung:

Zur allgemeinen Beschreibung des Leidens gelangt man im selben Dokument, wenn man hier klickt.

